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🩺 Impingement-Syndrom der Schulter

Wenn der Schulterraum enger wird – und Bewegung schmerzhaft

Schulterschmerzen entstehen selten über Nacht. Häufig entwickeln sie sich schleichend – im Alltag, bei der Arbeit oder durch wiederkehrende Bewegungsmuster. Eine der häufigsten Ursachen ist das Impingement-Syndrom der Schulter.

Typisch ist ein Schmerz, der vor allem beim Anheben des Arms oder bei Tätigkeiten über Schulterhöhe auftritt. Doch auch Nachtschmerzen oder Einschränkungen bei alltäglichen Bewegungen sind keine Seltenheit.

 

🔍  Was versteht man unter einem Schulter-Impingement?

Beim Impingement-Syndrom kommt es zu einer funktionellen Einengung im Schultergelenk.
Betroffen ist meist der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach. In diesem Bereich verlaufen empfindliche Strukturen wie:

  • Sehnen der Rotatorenmanschette

  • Schleimbeutel

  • Bindegewebe und Gleitflächen

Wird dieser Raum dauerhaft verkleinert – etwa durch ungünstige Gelenkstellung, Muskelspannung oder eingeschränkte Beweglichkeit – reagieren die Gewebe mit Reizung, Überlastung und Schmerz.

Entscheidend ist:
👉 In vielen Fällen liegt keine akute Verletzung, sondern eine funktionelle Überforderung des Systems Schulter vor.

 

⚠️ Die Schulter – viel Beweglichkeit, wenig Fehlertoleranz

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers.
Diese Bewegungsfreiheit ist nur möglich, weil Muskeln und Sehnen die Führung und Stabilität übernehmen.

Das bedeutet aber auch:
Schon kleine Veränderungen im Zusammenspiel von Schulterblatt, Oberarm und Rumpf können das Gleichgewicht stören.

Besonders relevant sind dabei:

  • die Stellung des Schulterblatts

  • die Aktivität der Rotatorenmanschette

  • die Beweglichkeit von Brustwirbelsäule und Brustkorb

Ist dieses Zusammenspiel gestört, verlagert sich der Oberarmkopf ungünstig – der verfügbare Raum im Gelenk wird kleiner.

🔍 Typische Beschwerden

Ein Schulter-Impingement äußert sich häufig durch:

  • Schmerzen beim seitlichen oder vorderen Anheben des Arms

  • Beschwerden bei Überkopfbewegungen

  • Nachtschmerzen, vor allem beim Liegen auf der betroffenen Seite

  • Kraftverlust oder Unsicherheit im Arm

  • Ausstrahlende Schmerzen in den Oberarm oder Nacken

  • Bewegungseinschränkungen im Alltag

Charakteristisch ist, dass die Schmerzen bewegungsabhängig sind und sich im Verlauf oft verstärken.

 

🔄 Warum entsteht ein Impingement so häufig?

Die Ursachen sind meist vielschichtig und entwickeln sich über längere Zeit.

Häufige Einflussfaktoren sind:

  • langes Sitzen mit nach vorne geneigtem Oberkörper

  • dauerhaft hochgezogene oder verspannte Schultern

  • einseitige Bildschirm- und Mausarbeit

  • fehlende Bewegungswechsel im Alltag

  • eingeschränkte Beweglichkeit der Brustwirbelsäule

  • muskuläre Dysbalancen im Schultergürtel

  • wiederholte Überkopfbelastungen

Nicht eine einzelne Bewegung ist problematisch – sondern die fehlende Variation.

 

⚖️ Wie wird ein Schulter-Impingement abgeklärt?

Die Diagnose basiert in erster Linie auf:

  • einem ausführlichen Gespräch zur Belastung im Alltag

  • der Untersuchung von Beweglichkeit, Kraft und Schmerzreaktionen

  • funktionellen Tests der Schulter

Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT können ergänzend eingesetzt werden, um andere Ursachen auszuschließen oder strukturelle Veränderungen zu beurteilen. Entscheidend bleibt jedoch die funktionelle Einschätzung der Bewegung.

 

🩹 Behandlung: Raum schaffen durch Funktion

In den meisten Fällen ist keine Operation erforderlich.
Der Fokus liegt auf einem aktiven, funktionellen Behandlungsansatz.

Zentrale Elemente sind:

  • Verbesserung der Schulterblattkontrolle

  • gezielte Kräftigung der stabilisierenden Muskulatur

  • Wiederherstellung von Beweglichkeit in Schulter und Brustwirbelsäule

  • Anpassung von Alltags- und Arbeitsbelastungen

  • schrittweiser Aufbau belastbarer Bewegungsmuster

👉 Ziel ist nicht Schonung, sondern kontrollierte, schmerzangepasste Bewegung.

 

💪 Prognose

Wird frühzeitig gehandelt und die zugrunde liegenden Belastungsmuster werden verändert, sind die Aussichten sehr gut.
Viele Betroffene erleben innerhalb weniger Wochen eine deutliche Verbesserung – vorausgesetzt, Bewegung wird wieder sinnvoll in den Alltag integriert.

 

✅ Fazit

Das Impingement-Syndrom der Schulter ist keine reine „Verschleisserscheinung“, sondern oft das Ergebnis eines über längere Zeit ungünstig genutzten Bewegungssystems.

Wer versteht, warum die Schulter reagiert, kann gezielt gegensteuern.
Mit einem funktionellen Ansatz, mehr Bewegungsvielfalt und einer bewussten Alltagsgestaltung lässt sich nicht nur der Schmerz reduzieren – sondern auch langfristig vermeiden.

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