
🩺 Tennisellenbogen – Ursachen, Symptome und moderne Behandlungsansätze
Warum der Schmerz meist nicht vom Tennis kommt
Der Begriff Tennisellenbogen beschreibt eine schmerzhafte Überlastung im Bereich des Ellenbogens.
Trotz des Namens sind Tennisspieler nur selten betroffen. Viel häufiger entsteht die Problematik durch wiederkehrende, einseitige Bewegungen im Alltag oder Berufsleben.Typische Belastungen sind monotone Hand- und Armbewegungen, wie sie bei Computerarbeit, handwerklichen Tätigkeiten, Unterricht, Service- oder Reinigungsberufen vorkommen. Werden diese Bewegungsmuster über längere Zeit ohne Ausgleich ausgeführt, kann es zu Reizzuständen an Muskeln und Sehnenansätzen kommen.
🔍 1. Welche Beschwerden verursacht ein Tennisellenbogen?
Der medizinische Fachbegriff lautet Epicondylitis humeri radialis. Gemeint ist eine schmerzhafte Veränderung im Bereich des äusseren Ellenbogenknochens, an dem mehrere Unterarmmuskeln ansetzen.
⚠️ 1.1 Typische Symptome
- Druckschmerz an der Aussenseite des Ellenbogens
- Empfindliche Schmerzpunkte bei leichtem Druck
- Ausstrahlende Schmerzen in Unterarm, Handgelenk oder Finger
- Schmerzen beim Greifen, Tragen oder Halten
- Beschwerden beim Händeschütteln
- Zunahme der Schmerzen bei gestrecktem Ellenbogen und gedrehtem Unterarm
- Einschränkungen im Alltag (z. B. Schreiben, Haare waschen, Tragen)
- In akuten Phasen auch Ruhe- oder Nachtschmerzen
Die Beweglichkeit des Ellenbogengelenks bleibt meist erhalten. Sichtbare Entzündungszeichen oder neurologische Ausfälle sind selten, aber möglich.
🧪 1.2 Orientierung zur Selbsteinschätzung
Bestimmte Bewegungen können die typischen Schmerzen gezielt auslösen. Diese Provokationstests liefern Hinweise, ersetzen jedoch keine fachliche Diagnose.
- Widerstandstest des Handgelenks --> Schmerzen beim Hochziehen des Handgelenks gegen Widerstand sprechen für eine Überlastung
- Hebetest mit gestrecktem Arm --> Schmerzen beim Anheben eines leichten Gegenstands mit gestrecktem Arm sind ein weiterer Hinweis.
🔄 2. Wie entsteht ein Tennisellenbogen?
👥 2.1 Risikofaktoren und Häufigkeit
Besonders häufig betroffen sind:
- Büroangestellte
- Lehrpersonen
- Handwerker
- Service- und Gastronomiepersonal
- Reinigungsfachkräfte
- Personen aus Schlägersportarten
- Der dominante Arm ist deutlich häufiger betroffen
🦴 2.2 Anatomische Grundlagen
Die Streckmuskeln des Unterarms setzen mit ihren Sehnen gemeinsam am lateralen Epicondylus an. Dieser Bereich ist stabil, aber schlecht durchblutet – und dadurch besonders anfällig für Überlastung. Beim Golferellenbogen ist die Innenseite betroffen, die Mechanismen sind vergleichbar.
🔁 2.3 Mechanismus der Schmerzentstehung
Einseitige Belastungen führen zu: muskulären Dysbalancen - funktionellen Verkürzungen - erhöhter Zugspannung auf den Sehnenansatz - Mikroverletzungen können nicht mehr ausreichend repariert werden → Teufelskreislauf.
🧠 Abgrenzung: Halswirbelsäule
Schmerzen können aus dem Nacken- oder Schulterbereich in den Ellenbogen ausstrahlen. Eine sorgfältige Untersuchung ist entscheidend.
🩹 3. Behandlungsmöglichkeiten
Eine erfolgreiche Behandlung soll:
- Schmerzen reduzieren
- Zugspannung auf die Sehne senken
- Regeneration ermöglichen
- Alltags- und Verhaltensoptimierung ist zentral.
🧘 3.1 Konservative Therapieansätze
- Physiotherapie
- Manuelle Therapie
- Anpassung von Arbeits- & Bewegungsgewohnheiten
- Tape oder Bandage
- Wärme / Kälte
- Stosswellen- oder Ultraschalltherapie
- EPTE (elektrolytische Therapie)
👉 Bewegung statt Schonung
⚖️ 3.2 Kritische Betrachtung weiterer Massnahmen
- Injektionen: kurzfristig wirksam, langfristig kritisch
- Bandagen/Orthesen: entlasten, beheben aber nicht die Ursache
- Operationen: nur selten notwendig
💪 4. Aktive Mitarbeit – der Schlüssel zur Besserung
- Mobilisation
- Regelmässiges Dehnen
- Kräftigung schwacher Muskelketten
- Anpassung von Alltag & Arbeit
- Aktive Mitarbeit verkürzt Beschwerden, verhindert Chronifizierung und senkt Rückfallrisiko.
✅ Fazit Der Tennisellenbogen ist meist keine Sportverletzung, sondern eine Folge moderner Belastungsmuster. Mit gezielter Therapie, ergonomischer Anpassung und aktiver Mitarbeit ist eine nachhaltige Besserung in den meisten Fällen möglich – ohne Operation.

